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Vortrag am 5. März 2021
Das Patristische Textarchiv (PTA): Kritische Editionen antiker christlicher Texte im 21. Jahrhundert

Das »Patristische Textarchiv/Patristic Text Archive (PTA)« ist die neue Plattform für die im Akademienvorhaben »Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike« erstellten kritischen Editionen von Werken fünf christlicher Autoren des 4. und 5. Jahrhunderts und damit zugleich die Fortführung bzw. vielmehr Erweiterung der altehrwürdigen Editions-Reihe »Die griechischen christlichen Schriftsteller (GCS)« im digitalen Raum. Die im PTA publizierten Editionen liegen dabei als im TEI (P5) kodierte XML-Dateien vor, wobei ein eigenes, auf EpiDoc aufbauendes Schema verwendet wird. Das Patristische Textarchiv unterscheidet sich von den bisher zur Verfügung stehenden digitalen Sammlungen antiker (christlicher) Texte vor allem dadurch, dass (zumindest bei den Neueditionen, prospektiv auch bei den retrodigitalisierten kritischen Editionen v.a. der GCS) der kritisch rekonstruierte Text samt den Überlieferungsvarianten dargeboten wird. Bei den Neueditionen werden zusätzlich auch die der Textrekonstruktion zugrunde liegenden Handschriftentranskriptionen zur Verfügung gestellt (prospektiv, wo vorhanden, zusammen mit Digitalisaten der Handschriften). Außerdem werden neben dem Zugang zu den Texten über ihre Autoren und Werktitel weitere Zugänge eröffnet, und zwar einerseits über Kurzkatalogisate der in den Editionen verwendeten Handschriften und andererseits über die in den Texten ausgezeichneten Entitäten wie Bibelstellen, Personen, Orte. Weitere Charakteristika des PTA sind, dass das Archiv nicht auf eine Sprache der Überlieferung begrenzt ist, dass es auch für Übersetzungen der Editionen in moderne Sprachen offen ist, und dass alle Daten im open access zur Nachnutzung jenseits der Benutzerschnittstelle des PTA vorliegen. Im Vortrag möchte ich zum einen das PTA, seine Konzeption und seine Funktionalitäten (aber auch die zu überwindenden Hürden) vorstellen, zum anderen auf die Arbeitsabläufe bei der Erstellung der kritischen digitalen Editionen eingehen.

Vortrag am 4. Februar 2019
Digitale Edition der Homilien Severians von Gabala (im Rahmen des Akademienprojektes Alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike)

Die digitale Edition der Homilien Severians von Gabala umfasst ca. 50 Texte, die in einer Vielzahl von mittelalterlichen griechischen Pergament- und Papier-Handschriften (und in antiken Übersetzungen in u.a. syrischen, koptischen, armenischen, altkirchenslavischen Handschriften) überliefert sind, wobei sich die Überlieferungssituation (Welche Handschriften überliefern den Text, welche Übersetzungen liegen vor?) von Text zu Text unterscheidet. Ziel ist eine digitale kritische Edition, die dem TEI-Standard folgt, in der Online-Präsentation vielfältige Rezeptions- und Recherchemöglichkeiten bietet, aber zugleich interoperabel (für größere digitale Korpora antiker Texte) bleibt. In meinem Beitrag möchte ich aus fachwissenschaftlicher Perspektive die zugrundeliegenden Arbeitsschritte (Handschriftenbeschreibung, Handschriftentranskription, Textrekonstruktion mit Software-Unterstützung, Kodierung der kritischen Edition) und ihre Umsetzung in TEI-XML vorstellen. Eine wichtige Fragestellung stellt dabei insbesondere die (m.E. notwendige, aber im Gegensatz zur Epigraphik/Papyrologie zumindest für die Editionen noch ausstehende) Standardisierung für Handschriftentranskriptionen und vor allem für Editionen, die dem »lachmannschen« Paradigma folgen, im Rahmen der TEI dar.

Vortrag am 1. Februar 2019
Establishing the Corpus Severianum with computer-assisted approaches

While only three or four homilies are directly attested by at least one manuscript as written by Severian of Gabala (and some more by indirect attestation), there are more than 100 homilies for which modern research has proposed (or denied) Severian authorship. Among others, Zellinger, Uthemann, and Voicu have made approaches to develop criteria to determine Severian authorship, mostly based on stilistic and linguistic deliberation, and sometimes also on the content of the homilies. In this paper I'd like to propose and evaluate a computer-assisted approach to establish the Corpus Severianum (using a comparative corpus of more than 600 more or less contemporary homilies with more than 5 million words). Methods used (among others) are stilometry and an examination of the peculiarities of biblical quotations.